Literatur: A. Lamo, Discorso intorno alla scoltura, e pittura, dove si ragiona della vita, ed opere in molti luoghi, ed a diversi principi, e personaggi fatte dall’eccelentissimo, e nobile pittore cremonese M. Bernardino Campi, Cremona 1584, S. 82
Pietro Maria Passerini da Sestola, Della fabbrica del convento libro 2°, ms del sec. XVII, in Archivio di Stato Milano, Religione, 4284, c. 5v, par. 29 (1641)
A.M. Panni, Distinto rapporto delle dipinture che trovansi nelle Chiese della Città e Sobborghi di Cremona, Cremona 1776, S. 66-67
G. Aglio, Le pitture e le sculture della città di Cremona, Cremona, S. 55
L. Lanzi, Storia pittorica della Italia dal Risorgimento delle Arti fin presso al fine del XVIII secolo, Bassano 1809, ed. a cura di M. Cappucci, Firenze 1970 S. 271
G. Picinardi, Nuova guida di Cremona per gli amatori dell’arti del disegno, Cremona 1810 ca., S. 105,106
L. Corsi, Dettaglio delle chiese di Cremona, Cremona 1819 S. 69
G. Grassetti, Abecedario Biografico dei pittori, scultori ed architetti cremonesi, Milano 1827, S. 88-89
R. Miller, Bernardino Campi in: I Campi e la cultura artistica cremonese del cinquecento, catalogo della mostra, Cremona 1985 S. 156 (‘Tra i migliori dipinti di Bernardinio Campi degli anni settanta…’)
Giulio Bora in: Pittura a Cremona dal Romanico al Settecento, a cura di Mina Gregori, Cremona 1990, Katalogisierung S. 274, abgebildet S. 91
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Beschreibung: Unten rechts signiert und datiert: 'BERNARDINUS CAMPUS CREMONENSIS FA/ M.D.LXXIIII'
Das Gemälde wurde von dem aus Cremona stammenden Hauptmann Giovanni Battista Picenardi für eine Kapelle der Kirche San Domenico in Cremona in Auftrag gegeben. Bernardino Campi erhielt dafür in drei Raten 50 Scudi und das Bild wurde noch im Jahr seiner Ausführung 1574 in der Kapelle aufgehangen.
Das Bild taucht noch im Jahr 1794 im Inventar der Klosterkirche von San Domenico auf, also vor den Konfiszierungen der Franzosen von 1796 und der Auflösung des Klosters im Jahr 1805. Ungefähr um 1810 ist die Existenz einer Kopie dokumentiert, die das kostbare Original an seinem ursprünglichen Ort ersetzen sollte, das in der Zwischenzeit von der Familie Picenardi aus der Kapelle entfernt wurde „um es den Raubüberfällen der Gallier zu entziehen.“ (Nuova Guida di Cremona per gli amatori dell’arti del disegno von G. Picenardi, um 1810). Der Trick hatte Erfolg, denn die Franzosen konnten das Bild nicht mehr finden. Erst Ende des 19. Jahrhunderts taucht das Gemälde wieder in Mailand in der Sammlung Reichmann auf.
In der kunsthistorischen Literatur ist es eines der gefeiertsten Bilder Campi’s und auch aus den Quellen geht hervor, dass es mit großer Zustimmung aufgenommen wurde. Lanzi schreibt 1809: ‚ …es ist das beste Werk Bernardino’s, es ist beinahe ein Kanon mit dem er alle Perfektionen der Malerei verstehen wollte’.
Bereits im Jahr 1584 pries der Gelehrte A. Lamo die offenbaren technischen und künstlerischen Qualitäten und lobt die nachtdarstellung im Hintergrund, die mit dem Tageslicht kontrastiert, das - als wäre es die Morgendämmerung – auf die Krippe im Vordergrund fällt.
Es ist die Handhabung verschiedener Lichteffekte oder mit anderen Worten formuliert, die in die Erzählung integrierte Verwendung des Lichtes, die ein viertel Jahrhundert später von Caravaggio entwickelt und zum Höhepunkt geführt wird. Schon seit langem ist der Einfluss der Malerei aus Cremona und insbesondere der der Campis auf den jungen Caravaggio bekannt (vgl. W. Friedlaender, Caravaggio Studies, Princeton ed. 1974 S. 37 ff.).
Das hier vorliegende Gemälde von Bernhardino Campi ist sehr modern für seine Zeit. Es nimmt - wie jedes Meisterwerk – über, was die Vergangenheit an Neuem geschaffen hat und wirkt prägend für die Zukunft. Giulio Bora (op. cit. 1990 S. 274 ) schreibt zu diesem Werk Campis: 'Es gehört zu den Meisterstücken einer Serie besonders gelungener Werke, die der Künstler in den gleichen Jahren malte…’ und er erwähnt außerdem den bemerkenswert guten Erhaltungszustand des Bildes.
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